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Die Veranstaltung findet vor Ort an der IPU Berlin statt. Eine Anmeldung ist vor Beginn der Tagung möglich. Bitte buchen Sie Ihr Ticket im Voraus.
Dieses Jahr konnten wir erneut Prof. Jan-Hendrik Olbertz, den Präsidenten der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin, für die Begrüßung gewinnen.
Jan Slaby analysiert die veränderten Bedingungen von Ko-Präsenz im Kontext digitaler Technologien. Diese erzeugen neue Formen von Verfügbarkeit und Interaktion, die Anschluss ermöglichen, zugleich aber affektive und soziale Komplexität reduzieren.
Zentral ist die Differenz zwischen:
• technisch vermittelter Verfügbarkeit
• leiblich-affektiver Ko-Präsenz
Ko-Präsenz erscheint damit als irreduzibler Erfahrungsmodus:
Sie ist nicht vollständig simulierbar, weil sie auf situativer, verkörperter Resonanz beruht. Gerade therapeutische Interaktion bleibt auf diese Form der dichten Gegenwärtigkeit angewiesen.
Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Buchholz besteht Gelegenheit, bei Getränken und Snacks miteinander ins Gespräch zu kommen. Bei geeignetem Wetter stehen die Außenbereiche direkt zur Verfügung.
Eine Geschichte ist eine Reise
Erzählkünstler André Wülfing stellt unterhaltsam Beispiele kleiner Geschichten vor, deren Figuren aus der psychotherapeutischen Praxis stammen könnten, also: dem Leben.
Offener Rahmen für Gespräche, Vernetzung und vertiefenden fachlichen Austausch in entspannter Atmosphäre.
Die Veranstaltung findet vor Ort an der IPU Berlin statt. Eine Anmeldung ist vor Beginn der Tagung möglich. Bitte buchen Sie Ihr Ticket im Voraus.
Der JUNKTIM-Vorstand wird den zweiten Tag eröffnen.
Heinz Messmer zeigt aus konversationsanalytischer Perspektive, dass soziale Wirklichkeit nicht vorausgesetzt werden kann, sondern im Gespräch sequenziell hervorgebracht wird. Kommunikation ist das zentrale Medium dieser Wirklichkeitsproduktion.
Zentrale Punkte:
• Interaktion ist turn-by-turn organisiert
• jeder Beitrag ist zugleich Reaktion und Projektion
• Anschlussfähigkeit ist die Bedingung sozialer Ordnung
Institutionelle Rollen entstehen nicht durch Zuschreibung, sondern werden im Gespräch interaktiv hergestellt.
Zentrale These:
Klientel ist keine gegebene Realität. Sie wird im professionellen Handeln aktiv produziert – und zwar so, dass sie für institutionelle Bearbeitung anschlussfähig wird.
Dies geschieht u. a. über Berichte, Zuschreibungen und Relevantsetzungen, durch die Personen zu „Fällen“ gemacht werden. Fallkonstitution folgt dabei der Logik der Passung: Fälle werden so definiert, dass sie zu vorhandenen Routinen und Interventionen passen.
Besonders sichtbar wird dies in:
• Gesprächseröffnungen
• Berichtssequenzen
• Wechseln zwischen Reden über und mit der Klientel
Konsequenz für Praxis:
→ Fälle entstehen im Vollzug der Interaktion
→ Anschluss und Ordnung müssen fortlaufend hergestellt werden
→ Professionelles Handeln ist immer auch eine Definitionsleistung
Am Tagungsort wird es einen Raum geben, in dem es zu jeder Zeit Getränke (warm und kalt) gibt, sowie ebenfalls im Tagungsbeitrag inkludiert: ein Mittagessen. Guten Appetit!
Es gibt mehrere Datensitzungen, die dazu einladen, unterschiedliche Therapien mit jeweils eigenem Fokus zu untersuchen. Die Gruppengröße wird 15 nicht überschreiten und gibt so die Möglichkeit, an einem Fokus intensiv zu arbeiten. Anmeldung vor Ort.
Die Datensitzungen finden in zwei identischen Durchgängen statt. Teilnehmende können zwei unterschiedliche Sitzungen wählen und so Einblick in zwei verschiedene Schwerpunkte gewinnen.
Beschreibung: Anhand von Videos psychotherapeutischer Interaktion sollen verfahrens- und erkenntnisgenerierende Verschränkungen von Psychotherapie, Bewegungsanalyse und Tanzwissenschaft gemeinsam in einer Gruppendiskussion exploriert werden. Der Fokus wird auf Interaktionsphänomenen liegen, die impliziter Natur sind und von Signifikanz für Veränderungsprozesse im psychotherapeutischen Setting, besonders auf „Moments of Meeting“ (Daniel Stern, 2004).
Titel: Gespräch in Bewegung – Wie Motive aufgegriffen und gemeinsam weiterentwickelt werden
Beschreibung: In der Datensitzung wird untersucht, wie Therapeut:innen Beiträge von Patient:innen aufnehmen, verändern und so weiterführen, dass bestimmte Formen von Beteiligung möglich werden. Anhand konkreter Transkriptausschnitte wird sichtbar, wie professionelle Improvisation im Detail funktioniert.
Titel: Improvisation – eine Annäherung über partizipative Übersetzungsversuche des Gespielten als das Nicht-Sagbare.
Beschreibung: Ausgehend von einer kurzen Einführung in das Thema Improvisation werden die Teilnehmenden kurze Videoausschnitte von improvisierenden Jazzmusiker*innen analysieren. Hierbei wird in einem ersten Schritt die Wahrnehmung sowohl auf die Sequenzgestaltung als auch auf den Eindruck von der Szene und das Gegenübertragungserleben gelenkt. Auf Grundlage der gesammelten Informationen werden die Teilnehmenden dann in einem zweiten Schritt die musikalischen Dialoge frei assoziierend und ko-konstruierend in verbale Sequenzen übersetzen. Das sich entwickelnde Verstehen über improvisatorische und partizipatorische Prozesse wird somit durch den kreativen Umgang mit dem Unbewussten erweitert. Die erstellten Transkripte können nunmehr konversationsanalytisch untersucht und der gemeinsam „improvisierte“ Übersetzungsprozess abschließend miteinander reflektiert werden.
Beschreibung: Für das Theater wie für das Erfinden und Erzählen von Geschichten ist Improvisation ein essentieller Baustein. In kurzen, einführenden Übungen arbeiten wir in diesem Workshop an der Reaktion in der Kommunikation, am „Ja zur Idee“, dem Wechsel von Perspektiven bis hin zu kleinen Wundern erzählter Geschichten. So wollen wir für das therapeutische Gespräch Spontanität, Fantasie, Leichtigkeit und Spielfreude wecken.
Beschreibung: Haltung und Rolle sind Erfolgsfaktoren zwischenmenschlicher Kommunikation – sei es im Alltag, im Arbeitsumfeld oder im therapeutischen Rahmen. In diesem Workshop werden wir uns spielerisch die unbewussten Mechanismen, die uns Haltung und Rollen einnehmen lassen, ins Bewusstsein heben, um mehr kommunikative Handlungsoptionen zu haben.
Am Tagungsort wird es einen Raum geben, in dem es zu jeder Zeit Getränke (warm und kalt) gibt, sowie ebenfalls im Tagungsbeitrag inkludiert: ein Mittagessen. Guten Appetit!
Es gibt mehrere Datensitzungen, die dazu einladen, unterschiedliche Therapien mit jeweils eigenem Fokus zu untersuchen. Die Gruppengröße wird 15 nicht überschreiten und gibt so die Möglichkeit, an einem Fokus intensiv zu arbeiten. Anmeldung vor Ort.
Die Datensitzungen finden in zwei identischen Durchgängen statt. Teilnehmende können zwei unterschiedliche Sitzungen wählen und so Einblick in zwei verschiedene Schwerpunkte gewinnen.
Beschreibung: Anhand von Videos psychotherapeutischer Interaktion sollen verfahrens- und erkenntnisgenerierende Verschränkungen von Psychotherapie, Bewegungsanalyse und Tanzwissenschaft gemeinsam in einer Gruppendiskussion exploriert werden. Der Fokus wird auf Interaktionsphänomenen liegen, die impliziter Natur sind und von Signifikanz für Veränderungsprozesse im psychotherapeutischen Setting, besonders auf „Moments of Meeting“ (Daniel Stern, 2004).
Titel: Gespräch in Bewegung – Wie Motive aufgegriffen und gemeinsam weiterentwickelt werden
Beschreibung: In der Datensitzung wird untersucht, wie Therapeut:innen Beiträge von Patient:innen aufnehmen, verändern und so weiterführen, dass bestimmte Formen von Beteiligung möglich werden. Anhand konkreter Transkriptausschnitte wird sichtbar, wie professionelle Improvisation im Detail funktioniert.
Titel: Improvisation – eine Annäherung über partizipative Übersetzungsversuche des Gespielten als das Nicht-Sagbare.
Beschreibung: Ausgehend von einer kurzen Einführung in das Thema Improvisation werden die Teilnehmenden kurze Videoausschnitte von improvisierenden Jazzmusiker*innen analysieren. Hierbei wird in einem ersten Schritt die Wahrnehmung sowohl auf die Sequenzgestaltung als auch auf den Eindruck von der Szene und das Gegenübertragungserleben gelenkt. Auf Grundlage der gesammelten Informationen werden die Teilnehmenden dann in einem zweiten Schritt die musikalischen Dialoge frei assoziierend und ko-konstruierend in verbale Sequenzen übersetzen. Das sich entwickelnde Verstehen über improvisatorische und partizipatorische Prozesse wird somit durch den kreativen Umgang mit dem Unbewussten erweitert. Die erstellten Transkripte können nunmehr konversationsanalytisch untersucht und der gemeinsam „improvisierte“ Übersetzungsprozess abschließend miteinander reflektiert werden.
Beschreibung: Für das Theater wie für das Erfinden und Erzählen von Geschichten ist Improvisation ein essentieller Baustein. In kurzen, einführenden Übungen arbeiten wir in diesem Workshop an der Reaktion in der Kommunikation, am „Ja zur Idee“, dem Wechsel von Perspektiven bis hin zu kleinen Wundern erzählter Geschichten. So wollen wir für das therapeutische Gespräch Spontanität, Fantasie, Leichtigkeit und Spielfreude wecken.
Beschreibung: Haltung und Rolle sind Erfolgsfaktoren zwischenmenschlicher Kommunikation – sei es im Alltag, im Arbeitsumfeld oder im therapeutischen Rahmen. In diesem Workshop werden wir uns spielerisch die unbewussten Mechanismen, die uns Haltung und Rollen einnehmen lassen, ins Bewusstsein heben, um mehr kommunikative Handlungsoptionen zu haben.
Am Tagungsort wird es einen Raum geben, in dem es zu jeder Zeit Getränke (warm und kalt) gibt, sowie ebenfalls im Tagungsbeitrag inkludiert: ein Mittagessen. Guten Appetit!
Michael Buchholz radikalisiert die Perspektive auf Therapie als rekursiven, intersubjektiven Prozess, indem er zentrale psychologische Grundannahmen verschiebt:
• Mind ist kein Objekt, sondern ein „doing“
• Selbst entsteht nicht intern, sondern relational
• Intersubjektivität bleibt grundsätzlich unvollständig, weil Kommunikation Bilder beim Anderen generiert, die hinreichend äquivalent, aber nicht identisch sind.
Therapie wird als rekursiver Prozess gefasst:
• Beteiligte nehmen sich wechselseitig in den Blick
• Perspektiven werden komplex verschachtelt
• Veränderung entsteht als Modifikation dieser Relationen
Improvisation ist keine Technik, sondern Grundbedingung: Sie ermöglicht Be-Handeln. Gute Therapeuten kreieren – Einsicht der empirischen Forschung! – für jeden Patienten eine neue Behandlung.
Beschreibung: Die Comedy-Company lässt in ihren Shows das Publikum bestimmen, was auf der Bühne stattfinden soll. Sie setzt die Vorschläge blitzschnell und wortgewandt in Szenen und Songs um. Jede ihrer legendären Impro-Shows ist einmalig, und das Publikum kommt vor Lachen kaum zum Luftholen.
Das Abendprogramm ist nicht im Tagungsbeitrag enthalten und kann separat gebucht werden.
Die Veranstaltung findet vor Ort an der IPU Berlin statt. Eine Anmeldung ist vor Beginn der Tagung möglich. Bitte buchen Sie Ihr Ticket im Voraus.
Der JUNKTIM-Vorstand wird den dritten Tag eröffnen.
Stefan Pfänder erweitert die Analyse von Interaktion als verkörperte, dynamische Koordination.
Interaktion ist:
• verkörpert
• zeitlich koordiniert
• situativ emergent
Bedeutung entsteht nicht allein sprachlich, sondern im Zusammenspiel von:
• Prosodie
• Timing
• Bewegung
• räumlicher Orientierung
Zentrale Konzepte:
• Agency als relationales Phänomen (Handeln ist weder rein aktiv noch passiv)
• Partizipation als inkrementelles Phänomen (Beteiligung wird hergestellt, nicht vorausgesetzt)
Störungen („Rupturen“) sind konstitutiv: Sie erfordern Reparatur und machen die Koordinationsleistung sichtbar.
Improvisation erscheint hier als: praktische Fähigkeit zur Aufrechterhaltung von Koordination unter instabilen Bedingungen
Download Präsentation (kostenlos)
Literatur und weiterführend:
Die im Vortrag entwickelten Überlegungen sind ausführlich dargestellt in:
Pfänder, Stefan (2026): Improvisation im Gespräch. Kommunikative Herausforderungen multimodal meistern. Stuttgart: Kröner, erschienen am 20.03.2026.
https://kroener-verlag.de/books/improvisation-im-gespräch.html
Der JUNKTIM-Vorstand lädt zu einem gemeinsamen Rückblick ein und schließt die Tagung 2026.
Die Jahrestagung wird als Vor-Ort-Veranstaltung an der IPU Berlin im Haus 91b, 2. OG stattfinden.
Adresse: Alt-Moabit 91b, 10557 Berlin
JUNKTIM ist ein An-Institut der Internationalen Psychoanalytischen Universität (IPU) Berlin, unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Michael B. Buchholz.
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